Wer nach einem Unfall in einem Fahrzeug eingeschlossen ist, muss schnell handeln und die richtigen Mittel zur Hand haben. Die wichtigsten Faktoren sind: Eine blockierte oder verklemmte Tür lässt sich oft nicht mit Körperkraft öffnen, ein geklemmter Sicherheitsgurt lässt sich ohne Schneidwerkzeug kaum lösen, und ein Seitenfenster aus Einscheibensicherheitsglas lässt sich mit dem richtigen Werkzeug gezielt einschlagen. Die folgenden Fragen und Antworten geben Ihnen das Wissen, das Sie brauchen, um im Notfall ruhig und handlungsfähig zu bleiben.
Warum lassen sich Fahrzeugtüren nach einem Unfall nicht öffnen?
Nach einem Unfall lassen sich Fahrzeugtüren häufig nicht mehr öffnen, weil die Karosserie durch den Aufprall verformt wurde. Diese Verformung kann den Türrahmen so verschieben, dass das Schloss oder die Scharniere blockiert werden, selbst wenn das Schloss selbst noch funktioniert. Auch ein Druckunterschied im Fahrzeug, zum Beispiel beim Eindringen von Wasser, kann das Öffnen erschweren.
Hinzu kommt, dass moderne Fahrzeuge bei einem Unfall automatisch verriegeln können, um Insassen zu schützen. Wenn das Bordnetz durch den Aufprall ausfällt, können elektrische Türverriegelungen ebenfalls versagen und die Tür in der geschlossenen Position halten. In einem solchen Fall ist der Weg nach draußen oft nur über das Fenster möglich.
Das Wissen um diese Mechanismen ist wichtig, weil es Ihnen hilft, im Ernstfall keine wertvolle Zeit mit dem wiederholten Ziehen an einem blockierten Türgriff zu verlieren. Wer versteht, warum die Tür klemmt, wechselt schneller zur richtigen Lösung: dem Ausweg über das Fenster.
Wie lange hat man Zeit, um aus einem sinkenden Auto zu entkommen?
Wenn ein Fahrzeug ins Wasser gerät, bleiben Ihnen in der Regel nur wenige Minuten, um zu entkommen. In den ersten dreißig bis sechzig Sekunden sinkt das Auto rasch, wobei die Motorhaube zuerst abtaucht. Sobald das Fahrzeug vollständig unter Wasser ist, steigt der Außendruck so stark an, dass sich die Tür kaum noch öffnen lässt.
Rettungskräfte empfehlen, sofort nach dem Aufprall auf das Wasser den Sicherheitsgurt zu lösen und das Fenster zu öffnen oder einzuschlagen, bevor das Wasser die Elektronik lahmlegt. Elektrische Fensterheber funktionieren in den ersten Sekunden nach dem Eintauchen häufig noch, versagen aber schnell, sobald Wasser in die Elektronik eindringt.
Warten Sie nicht, bis das Fahrzeug vollständig mit Wasser gefüllt ist, um den Druck auszugleichen, sofern Sie ein Werkzeug haben, mit dem Sie das Fenster einschlagen können. Das Einschlagen eines Seitenfensters aus Einscheibensicherheitsglas (Temperglas) ist die schnellste Möglichkeit, sich zu befreien. Laminierglas, wie es in der Frontscheibe verwendet wird, lässt sich mit einem Sicherheitshammer nicht einschlagen und sollte nicht als Ausweg anvisiert werden.
Was tun, wenn der Sicherheitsgurt nach einem Unfall klemmt?
Wenn der Sicherheitsgurt nach einem Unfall klemmt oder sich das Schloss nicht mehr öffnen lässt, hilft nur ein Schneidwerkzeug. Versuchen Sie nicht, den Gurt mit bloßen Händen zu zerreißen: Moderne Sicherheitsgurte sind auf hohe Reißfestigkeit ausgelegt und lassen sich manuell nicht durchtrennen. Ein spezieller Gurtschneider durchtrennt den Gurt sauber und schnell.
Wichtig ist dabei die Technik: Halten Sie den Gurt leicht gespannt, damit das Schneidwerkzeug greifen kann. Setzen Sie die Klinge möglichst weit vom Körper entfernt an, um Verletzungen zu vermeiden. Viele Notfallwerkzeuge kombinieren Gurtschneider und Fenstereinschlagwerkzeug in einem kompakten Gerät, sodass Sie im Notfall nur ein einziges Werkzeug benötigen.
Achten Sie darauf, dass Ihr Schneidwerkzeug griffbereit montiert ist, nicht tief im Handschuhfach vergraben. Im Stresszustand nach einem Unfall zählt jede Sekunde, und das Suchen nach einem Werkzeug kostet wertvolle Zeit.
Wie schlägt man ein Autofenster im Notfall richtig ein?
Um ein Seitenfenster aus Temperglas im Notfall einzuschlagen, setzen Sie das Werkzeug gezielt an einer Ecke des Fensters an, nicht in der Mitte. Die Ecken sind die schwächsten Stellen des Glases. Ein gezielter, kraftvoller Schlag an einer Ecke lässt das Temperglas in kleine, stumpfe Splitter zerfallen, die deutlich weniger gefährlich sind als scharfe Scherben.
Verwenden Sie niemals Ihren Ellenbogen oder andere Körperteile: Temperglas ist widerstandsfähig genug, um ernsthafte Verletzungen zu verursachen, wenn kein geeignetes Werkzeug eingesetzt wird. Ein Sicherheitshammer mit gehärtetem Stahlkopf oder Keramikpin überträgt die Kraft auf einen sehr kleinen Auftreffpunkt und überwindet so die Oberflächenspannung des Glases zuverlässig.
Beachten Sie außerdem: Die Frontscheibe besteht in der Regel aus Verbundglas (Laminatglas) und lässt sich mit einem Sicherheitshammer nicht einschlagen. Der Ausweg führt immer über die Seiten- oder Heckscheibe aus Temperglas. Wenn Sie sich nicht sicher sind, welche Scheiben Ihr Fahrzeug verbaut hat, prüfen Sie dies am besten vorab im Fahrzeughandbuch.
Welche Notfallausrüstung gehört in jedes Fahrzeug?
Zur wichtigen Grundausstattung für den Notfall gehören ein Sicherheitshammer mit integriertem Gurtschneider, eine Warnweste, ein Verbandskasten sowie ein Warndreieck. Diese vier Gegenstände decken die häufigsten Situationen ab: Fahrzeugbefreiung, Sichtbarkeit am Unfallort, Erstversorgung und Absicherung der Unfallstelle.
- Sicherheitshammer mit Gurtschneider: Das wichtigste Werkzeug zur Selbstbefreiung. Er sollte griffbereit montiert sein, zum Beispiel an der Fahrertür oder der Mittelkonsole, nicht im Kofferraum.
- Warnweste: In vielen europäischen Ländern gesetzlich vorgeschrieben. Sie sollte im Fahrgastraum liegen, nicht im Kofferraum, da Sie sie anlegen müssen, bevor Sie aussteigen.
- Verbandskasten: Für die Erstversorgung bei Verletzungen. Prüfen Sie regelmäßig das Ablaufdatum der enthaltenen Materialien.
- Warndreieck: Zur Absicherung der Unfallstelle. Stellen Sie es in ausreichendem Abstand auf, um nachfolgende Fahrzeuge rechtzeitig zu warnen.
Wer regelmäßig lange Strecken fährt oder mit Kindern unterwegs ist, sollte zusätzlich eine Taschenlampe, ein Ladekabel für das Mobiltelefon und eine Decke im Fahrzeug mitführen. Diese Gegenstände erhöhen Ihre Handlungsfähigkeit in Situationen, die nicht unmittelbar lebensbedrohlich sind, aber dennoch gefährlich werden können.
Sollte man anderen Unfallopfern beim Verlassen des Fahrzeugs helfen?
Ja, Sie sollten anderen Unfallopfern helfen, sofern Sie dabei Ihre eigene Sicherheit nicht gefährden. Stellen Sie zunächst sicher, dass Sie selbst in Sicherheit sind und die Unfallstelle abgesichert ist. Dann können Sie anderen Insassen beim Lösen des Gurts oder beim Aussteigen helfen, wenn diese dazu nicht in der Lage sind.
Wichtig: Verletzte Personen sollten nach einem Unfall grundsätzlich nicht bewegt werden, es sei denn, es besteht eine unmittelbare Gefahr, zum Beispiel durch Feuer oder eindringendes Wasser. Das unkontrollierte Bewegen einer verletzten Person kann Wirbelsäulenverletzungen verschlimmern. Rufen Sie zuerst den Notruf und folgen Sie dann den Anweisungen der Leitstelle.
Wenn Sie ein Notfallwerkzeug dabei haben, können Sie im Ernstfall auch von außen helfen: Ein Sicherheitshammer ermöglicht es, das Seitenfenster eines anderen Fahrzeugs einzuschlagen, wenn die Insassen eingeschlossen und bewusstlos sind. Das ist ein konkreter Grund, warum ein solches Werkzeug nicht nur für Sie selbst, sondern auch für andere einen Unterschied machen kann.
Wie Lifehammer® Sie bei der Fahrzeugsicherheit unterstützt
Wir entwickeln Fahrzeugsicherheitswerkzeuge seit 1983, und die Fragen, die in diesem Artikel behandelt werden, stehen genau im Mittelpunkt dessen, was wir tun. Unsere Produkte sind darauf ausgelegt, in den Momenten zuverlässig zu funktionieren, in denen es darauf ankommt.
- Unser Safety Hammer SMART verwendet einen Keramikpin als Schlagmechanismus und lässt sich mit 3M VHB-Klebeband griffbereit im Fahrzeug befestigen, ohne Werkzeug oder Schrauben. Er schneidet Sicherheitsgurte und schlägt Seitenfenster aus Temperglas ein.
- Der Safety Hammer Evolution verfügt ebenfalls über einen Keramikhammerblock und hat mehrere internationale Designauszeichnungen erhalten, darunter den Red Dot Design Award.
- Alle Lifehammer®-Sicherheitshämmer sind TÜV-zertifiziert und werden von Ersthelfer:innen, Feuerwehrleuten und Flottenbetreibern in ganz Europa eingesetzt.
- Unsere Safety Vest Ultra ist im ultraflachen Vakuumbeutel verpackt, passt unter jede Fußmatte und lässt sich sofort verwenden, wenn Sie sie brauchen.
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