Einen Kindersitz richtig zu überprüfen bedeutet: den Sitz nicht mehr als zwei Zentimeter in jede Richtung bewegen zu können, Gurte ohne Verdrehungen und mit korrekter Führung über Schulter und Hüfte, und eine stabile Verbindung zum Fahrzeug, ob per ISOFIX oder Sicherheitsgurt. Diese Kontrolle gilt für alle Altersgruppen, vom Säuglingssitz bis zum Kindersitz für ältere Kinder. Die folgenden Abschnitte gehen die wichtigsten Prüfpunkte Schritt für Schritt durch.
Woran erkennt man, dass ein Kindersitz falsch sitzt?
Ein falsch installierter Kindersitz lässt sich in der Regel an einem von drei Merkmalen erkennen: Der Sitz wackelt spürbar, wenn man ihn an der Sitzfläche oder der Rückenlehne schüttelt, die Gurte liegen nicht eng am Körper des Kindes an, oder der Sitz ist nicht in der richtigen Fahrtrichtung montiert. Jedes dieser Zeichen deutet darauf hin, dass die Installation überprüft werden sollte.
Konkret sollten Sie folgende Punkte kontrollieren:
- Wackeln des Sitzes: Greifen Sie den Kindersitz an der Sitzfläche und versuchen Sie, ihn seitlich sowie vor- und rückwärts zu bewegen. Mehr als zwei Zentimeter Bewegung in eine Richtung gilt als unsicher.
- Falsche Neigung: Viele Säuglingssitze müssen in einem bestimmten Winkel montiert werden. Ein zu aufrecht stehender Sitz kann dazu führen, dass der Kopf des Kindes nach vorne fällt.
- Lockere oder verdrehte Gurte: Gurte, die sich zwischen Bauch und Gurt mehr als eine Fingerbreite schieben lassen, sitzen zu locker.
- Falsche Fahrtrichtung: Kinder bis zu einem Körpergewicht von mindestens 9 Kilogramm, häufig auch darüber hinaus, sollten rückwärtsgerichtet fahren. Eine falsch ausgerichtete Montage ist ein häufiger Fehler.
Auch ein fehlender oder nicht eingerasteter Fanghaken, der bei manchen Sitzmodellen die Vorwärtsbewegung beim Aufprall begrenzt, ist ein Zeichen für eine unvollständige Installation.
Wie überprüft man die ISOFIX-Verbindung korrekt?
Die ISOFIX-Verbindung ist korrekt, wenn beide Verbindungspunkte des Sitzes hörbar in die ISOFIX-Ösen des Fahrzeugs eingerastet sind, der Sitz sich nicht mehr als minimal bewegen lässt, und ein eventuell vorhandener Stützfuß oder Fanghaken ebenfalls korrekt positioniert ist. Ein deutliches Klicken beim Einrasten ist ein gutes Zeichen, reicht aber allein nicht als Bestätigung aus.
So gehen Sie die Prüfung systematisch durch:
- Verbindungspunkte prüfen: Schauen Sie nach, ob beide ISOFIX-Arme vollständig in den Ösen sitzen. Bei vielen Sitzen zeigt ein grüner Indikator an, dass die Verbindung korrekt ist.
- Sitz bewegen: Greifen Sie den Sitz an der Rückenlehne und ziehen Sie ihn kräftig nach oben und nach vorne. Er sollte sich nicht lösen lassen.
- Stützfuß kontrollieren: Falls der Sitz einen Stützfuß hat, muss dieser auf dem Fahrzeugboden aufstehen, nicht nur auf dem Teppich, und auf einer festen Unterlage positioniert sein. Manche Fahrzeugböden haben Hohlräume, auf die in der Fahrzeuganleitung hingewiesen wird.
- Fanghaken überprüfen: Sitze mit einem Fanghaken, der an der Kopfstütze befestigt wird, müssen diesen korrekt eingehängt haben. Ohne ihn kann der Sitz beim Aufprall nach vorne kippen.
Wichtig: Nicht jedes Fahrzeug ist mit ISOFIX-Ösen ausgestattet, und nicht jeder Kindersitz ist mit jedem Fahrzeug kompatibel. Die Fahrzeuganleitung und die Sitzanleitung geben darüber zuverlässig Auskunft.
Wie prüft man, ob der Gurt eines Kindersitzes richtig verläuft?
Der Gurt eines Kindersitzes verläuft richtig, wenn er ohne Verdrehungen flach am Körper des Kindes anliegt, die Schultergurte auf Höhe der Schultern oder leicht darüber verlaufen, und der Beckengurt fest über den Hüftknochen liegt, nicht über dem Bauch. Ein locker sitzender oder falsch geführter Gurt bietet im Notfall keinen ausreichenden Schutz.
Prüfen Sie die Gurtführung anhand dieser Punkte:
- Schulterhöhe: Bei vorwärtsgerichteten Sitzen sollten die Schultergurte auf Höhe der Schultern oder leicht darüber aus dem Sitz kommen. Zu tief geführte Gurte können bei einem Aufprall zu Verletzungen im Halsbereich führen.
- Beckengurt: Der Beckengurt muss über den Hüftknochen verlaufen, nicht über dem weichen Bauchbereich. Das gilt sowohl für den internen Gurt des Kindersitzes als auch für den Fahrzeuggurt bei Sitzerhöhungen.
- Straffheit: Legen Sie zwei Finger flach unter den Gurt. Wenn Sie mehr Platz haben, ist der Gurt zu locker. Dicker Winterkleidung sollten Sie besondere Aufmerksamkeit schenken: Dicke Jacken unter dem Gurt reduzieren die Rückhaltewirkung erheblich.
- Verdrehungen: Jede Verdrehung im Gurt verringert seine Schutzwirkung und sollte vor jeder Fahrt behoben werden.
Wie oft sollte man die Installation des Kindersitzes kontrollieren?
Die Installation des Kindersitzes sollte bei jeder Fahrt kurz geprüft werden, eine vollständige Kontrolle empfiehlt sich mindestens einmal im Monat sowie nach jedem Umsetzen des Sitzes in ein anderes Fahrzeug. Kinder wachsen, Gurte können sich lockern, und ein Sitz, der letzte Woche noch korrekt saß, kann sich durch alltägliche Nutzung verschoben haben.
Folgende Situationen erfordern immer eine vollständige Überprüfung:
- Nach dem Umsetzen des Sitzes in ein anderes Fahrzeug
- Nach einem Unfall, auch einem leichten, da der Sitz danach ausgetauscht werden sollte
- Wenn das Kind sichtbar gewachsen ist oder das Gewicht einer neuen Gruppe entspricht
- Nach dem Wechsel von dicker Winterkleidung auf leichtere Kleidung im Frühjahr
- Wenn andere Personen den Sitz zuletzt installiert haben
Der kurze tägliche Check vor dem Losfahren muss nicht lange dauern: Sitz wackeln lassen, Gurte auf Straffheit prüfen, Schlosszunge einrasten hören. Das dauert weniger als eine Minute und gehört zur Routine einer sicheren Familienfahrt.
Wo kann man den Kindersitz professionell überprüfen lassen?
Kindersitze können kostenlos oder gegen eine geringe Gebühr bei ADAC-Stützpunkten, Automobilclubs, Kindersitz-Fachhandlungen, ausgewählten Kfz-Werkstätten sowie bei Aktionen von Verkehrssicherheitsorganisationen überprüft werden. Viele dieser Stellen bieten die Kontrolle direkt am Fahrzeug an und zeigen Ihnen dabei, wie Sie die Installation selbst korrekt vornehmen.
Konkrete Anlaufstellen in Deutschland und anderen europäischen Ländern:
- ADAC (Deutschland): Der ADAC bietet regelmäßig Kindersitz-Checks an und hat Beratungsstellen in vielen Städten.
- Fachhandel: Spezialisierte Kindersitz-Händler wie BabyOne oder Filialen mit geschultem Personal können Installationen vor Ort prüfen und korrigieren.
- Automobilclubs: In Österreich und der Schweiz bieten ÖAMTC und TCS vergleichbare Services an.
- Hersteller-Hotlines: Viele Kindersitz-Hersteller haben Kundenservice-Nummern, die bei Fragen zur korrekten Montage weiterhelfen.
Besonders bei der ersten Installation eines neuen Sitzes lohnt sich der Gang zum Fachhandel. Eine professionelle Überprüfung gibt Ihnen Sicherheit und zeigt Ihnen, worauf Sie bei der täglichen Kontrolle achten müssen.
Was tun, wenn der Kindersitz nicht sicher befestigt werden kann?
Wenn ein Kindersitz im eigenen Fahrzeug nicht sicher befestigt werden kann, sollten Sie zunächst prüfen, ob der Sitz mit dem Fahrzeugmodell kompatibel ist, die Fahrzeug- und Sitzanleitung konsultieren, und im Zweifelsfall einen Fachhandel aufsuchen. Nicht jeder Kindersitz passt in jedes Fahrzeug, und ein Sitz, der nicht sicher sitzt, bietet keinen ausreichenden Schutz.
Gehen Sie bei diesem Problem systematisch vor:
- Kompatibilität prüfen: Viele Kindersitz-Hersteller bieten Online-Kompatibilitätslisten an, die zeigen, welche Sitze mit welchen Fahrzeugen getestet wurden.
- Anleitungen lesen: Sowohl die Fahrzeuganleitung als auch die Kindersitz-Anleitung enthalten wichtige Hinweise zu Einschränkungen und Besonderheiten.
- Fachhandel aufsuchen: Wenn die Installation trotz korrekter Anleitung nicht funktioniert, sollte ein Fachberater die Situation vor Ort beurteilen.
- Alternativen erwägen: In manchen Fällen ist der Sitz schlicht nicht für das Fahrzeug geeignet. Ein anderes Modell, das für das Fahrzeug zugelassen ist, ist dann die richtige Lösung.
Behelfsinstallationen oder Kompromisse bei der Befestigung sind keine Option. Ein Kindersitz, der im Alltag wackelt oder sich nicht korrekt sichern lässt, sollte nicht verwendet werden, bis das Problem gelöst ist.
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